Bangkok

19.10. bis 26.10.

Nach einem sehr ereignisreichen Ankunftstag in Bangkok, an dem wir direkt sehr viel erleben durften, begann der erste Morgen im Hotel mit einer etwas weniger schönen Nachricht. Flynn wachte auf mit starken Halsschmerzen, als hätte er am Vorabend auf der Kao-San-Road zwei Stangen Zigaretten weggeatmet. Leider wurden die Halsschmerzen zum Abend hin von immer weiter steigendem Fieber begleitet, sodass die Aussichten auf große Entdeckungstouren und Tempelbesuche in Bangkok stark getrübt wurden. Während Flynn also in den kommenden Tagen primär ans Bett gefesselt war und Neele sich im übergroßen und teils kriminellen Bangkok verständlicherweise nur ungern alleine weit vom Hotel aufhalten wollte, war die erste Reisewoche geprägt von vielen Lesestunden im Bett für Flynn und vielen Stunden am Pool für Neele. Vielmehr als einige Ausflüge zum „7-Eleven“ und unserem benachbarten Restaurant waren nicht drin. Beiden wurde dabei allerdings schnell klar: Es gibt schlimmere Szenarien für eine Ankunfts-Woche zum Akklimatisieren. Also wurde das Beste draus gemacht.

Nach mehreren Tagen im Hotel hatte Flynn dann am letzten Abend endlich wieder genügend Kraft, um noch einmal etwas länger rauszugehen. Somit gingen wir beide nochmal Richtung Kao-San-Road, ohne uns dabei jedoch auf der eigentlichen (und in diesem Zustand deutlich zu wilden und lauten) „Hauptstraße“ aufzuhalten, sondern im gesamten Bereich drum herum. Wir konnten beim Sonnenuntergang und einem der vielen Schauer (die Monsun-Zeit kommt hier momentan erst allmählich zum Ende) in einem sehr gemütlichen Restaurant etwas essen. Flynn entdeckte bei der kleinen Tour sogar zufälligerweise das Hotel, in welchem er 2015 mit seinem Geografie-Leistungskurs untergekommen war. Aus einer neugierigen Laune heraus holten wir dann noch bei einer Apotheke einen Corona-Schnelltest, und stellten bei der Rückkehr im Hotel und dem ersten Rachen- und tiefen Nasenabstrich seit gefühlten Jahrzehnten (der ungefähr so viel Tränen verursachte wie die verpasste Dortmunder Meisterschaft) mit Erstaunen fest: positiv…

Wir haben ja mit vielem gerechnet zu Beginn. Mit einem verpassten Flug. Mit einer Lebensmittelvergiftung. Mit einem Kreislaufkollaps. Mit verstörenden Ping-Pong-Shows… Aber nicht unbedingt mit der Rückkehr der „Merkelgrippe“… Tja: „Et kütt wie et kütt“.

Unsere Vorahnung, dass sich nun natürlich auch Neele mit dem Virus infizieren würde, hatte sich dann in der letzten Nacht in Bangkok offensichtlich bestätigt. Am darauf folgenden Tag der Abreise Richtung Kambodscha musste sie sich mit Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen und einer komplett verschlossenen Nase in den Bus zwingen. Es sollte eine sehr lange und anstrengende Fahrt werden…

Trotz alledem: Bangkok, auch wenn wir nicht viel von dir sehen konnten in unserer ersten Reisewoche… Wir konnten bereits auch einige von deinen schönen Seiten erahnen und kommen definitiv nochmal wieder! Allein um die unzähligen Tempel, den Chao Phraya (der riesige Fluss, der Bangkok durchquert), die Floating Markets und die großen Malls zu sehen. In drei Monaten sind wir ja wieder zurück in Thailand.

Was hängen bleibt vom ersten Eindruck der riesigen Metropole: Sie ist übergroß und unübersichtlich; sehr laut; es ist drückend heiß und schwül; abgesehen von den Gerüchen in den Food Markets möchte man sich sonst eher die Nase zu halten; es gibt viel Obdachlosigkeit (vor allem im Zentrum auf der Ratchadamnoen Road – der Straße, die zum Königspalast führt); die Leute sind bei Touristen eher aufdringlich und penetrant als freundlich (man wird vor allem auf der Khao San Road sehr viel angegrabbelt); man kann wahnsinnig viel, lecker und günstig essen… Kurzum: Viel länger als eine Woche will man sich in Bangkok auch nicht unbedingt aufhalten.